Migration beeinflusst den Wohnungsmarkt
Eine vom Bundesamt für Wohnungswesen BWO veröffentlichte Studie zeigt die Auswirkungen der
Personenfreizügigkeit auf die regionalen Immobilienmärkte auf.
So stiegen die Einkommensverhältnisse der einwandernden Bevölkerung in den letzten Jahren an,
was sich statistisch besonders im Bereich des Wohneigentums bemerkbar macht: die Nachfrage
vergrössert sich markant. Im Mietwohnungsbereich bestehen weit geringere Zuwachsraten der
ausländischen Haushalte als beim Wohneigentum. Ein Grund dafür ist der gesamthaft tiefe Anteil der
ausländischen Eigentümerhaushalte am Total der Haushalte in der Schweiz
Die Untersuchung ergab, dass die Einkommensverschiebungen der einwandernden Haushalte sowie
deren häufigere Umzugstätigkeiten im oberen Preissegment des Mietwohnungsmarkts auf nationaler Ebene
2008 spürbare Auswirkungen zeigten.
Im Mietwohnungsmarkt der Agglomeration Zürich bewirkt die Personenfreizügigkeit primär einen
Struktureffekt – sie führt zu Knappheit im oberen Bereich und durch eine intensivierte
Renovationstätigkeit teilweise auch zu Knappheit im unteren Preissegment des Marktes. In Basel und
auch im Tessin trägt sie im Mietwohnungsbereich durchaus zur Nachfragestärkung und besseren
Auslastung des Immobilienbestandes bei.
Beim Wohneigentum ist die Knappheit im oberen Preissegment aber primär hausgemacht, zu gering
sind die Anteile der ausländischen Haushalte an der Eigentumsquote. Lediglich in der lateinischen
Schweiz werden die knappen Marktsituationen durch die Immigration mit verursacht. So ist
Wohneigentum in Genf, Lausanne und im Tessin ein rares Gut. In der Region Genf sind die Wohnungen so
knapp und teuer, dass sich weniger Verdienende genötigt sehen, nach Frankreich zu ziehen.
Die Studie „Personenfreizügigkeit und Wohnungsmarkt“ sowie deren Zusammenfassung
kann auf der Homepage des BWO heruntergeladen
werden.
Erscheinungsdatum: 17.05.2010
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