Klimawandel in der Raumplanung berücksichtigen
Die Regionalplanung Zürich und Umgebung RZU befasste sich an einem Symposium mit der Bedeutung
des Klimawandels für die Raumplanung.
Zwischen Raumplanung und Klimaschutz wurden keine grundlegenden Ziel- und Interessengegensätze
festgestellt. Die Raumplanung strebe seit jeher kompakte, auf den öffentlichen Verkehr ausgerichtete
Siedlungsstrukturen an. Die resultierende Verkehrsvermeidung und Verlagerung auf den öffentlichen
Verkehr sowie die effiziente Nutzung der Infrastrukturen tragen zu einem geringeren CO2-Ausstoss
bei. Potenziale werden in der vermehrten Förderung des Langsamverkehrs sowie bei der konsequenteren
Umsetzung der Siedlungsverdichtung an verkehrlich gut erschlossenen Standorten gesehen. Auch die
Nahversorgung der Bevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs sei zu unterstützen. Zudem wurde eine
verstärkte Koordination zwischen Energie- und Raumplanung verlangt. Mit dieser Thematik setzte sich
auch die VLP-ASPAN an einer Tagung im März 2010 in Aarau auseinander. Wärme- und Energiequellen wie
etwa Umgebungswärme oder Abwärme von industriellen Anlagen sollen noch besser genutzt und verteilt
werden.
Die Fachleute verlangten, die Raumplanung solle sich mit den Konsequenzen von klimapolitischen
Massnahmen in den angrenzenden Sachbereichen wie Verkehr und Energie auseinandersetzen. Die
Sicherung der notwendigen Flächen für die intensivierte Verlagerung vom motorisierten
Individualverkehr auf den ÖV wird eine grosse Herausforderung darstellen. Schliesslich hat die
verstärkte Umstellung auf erneuerbare Energien Konsequenzen für das Landschaftsbild (z.B.
Wasserkraft, Windenergie), die Erholungsnutzung (z.B. Geruchsemissionen bei Biogasanlagen)
sowie den Denkmalschutz (z.B. Solarenergie).
Als besonders relevant wird die Erarbeitung von Zukunftsvisionen räumlicher Entwicklung
beurteilt. Daraus können Rückschlüsse auf Massnahmen gezogen werden, welche heute ergriffen werden
müssen.
Erscheinungsdatum: 24.06.2010
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